Donnerstag, 29. März 2012

Roadtrip von Mendoza nach Salta

Hallo ihr Lieben,
lange musstet ihr auf neue Bilder warten, aber es hat sich geloht, wie ihr gleich sehen werdet ;-)

Am 1.3. sind wir mit dem Mietwagen von Mendoza aus in Richtung Salta aufgebrochen. 10 Tage hatten wir Zeit fuer diesen Roadtrip, der sich mehr als gelohnt hat und uns zu wirklich wunderschoenen Zielen und Erlebnissen, ausserhalb der normalen "Tourirouten", gefuehrt hat.
Nachdem wir unseren Mietwagen nach leichten Anlaufschwierigkeiten bis unters Dach voll geladen hatten, starteten wir in Richtung Barreal, vorbei an beeindruckenden Felsformationen, die in den verschiedensten Farben leuchteten. Mit an Bord waren unsere zwei Kemptener Toschi und Basti.
Suchbild: Was fehlt hier?
Genau, eine asphaltierte Strasse vor unserem Auto! Hier begann also das Abenteuer, wir freuten uns ueber die Staubwolken hinter unserem Auto, genau bis zu dem Zeitpunkt, als wir feststellten, dass der Kofferraumdeckel nicht richtig geschlossen war und unsere Rucksaecke ein rotes Staubmaentelchen bekommen haben! Auch das Steckenbleiben im hohen Schotter nahmen wir mit Humor.
Unsere erste Tagesetappe fuehrte uns zu dem Nationalpark El Leoncito, irgendwo im Nirgendwo, wo es nachts so dunkel ist, dass gleich zwei Sternwarten auf dem Gelaende des Parks angesiedelt sind.
Im Hintergrund sieht man die schneebedeckten Andengipfel vor einer fast unwirklichen Kulisse.
Der Nationalpark gefiel uns so gut, dass wir spontan entschieden, dort unser Zelt fuer die erste Nacht aufzuschlagen. Dumm nur, dass wir kurz darauf feststellen mussten, dass unser Zelt leider nicht im Auto war, sondern noch im duesteren Gepaeckraum unseres Hostels in Mendoza schlummerte. Na super!
Was blieb uns also anderes uebrig, als unsere erste Nacht im Freien ohne Zelt zu verbringen... Immerhin hatten wir ein "Dach" ueber dem Kopf, denn unser Schalfplatz war genau hier rechts neben der Bank und vor einem romantischen Kaminfeuer. Lediglich die Pumawarnung am Haus des Rangers sorgte bei Julia fuer erhoehte Wachsamkeit und das Pfefferspray lag griffbereit neben dem Kopfende des Schlafsacks.
Nach einer etwas frischen Nacht, jedoch mit einem gigantischen Sternenhimmel direkt ueber uns und einem leckeren Fruehstueck im Freien, fuhren wir weiter in Richtung Rodeo. Zuvor versuchten wir noch den Versand unseres Zeltes zu organisieren - leider erfolglos. Auch ein Zeltkauf erwies sich als schwieriger als gedacht hier in den kleinen, abgelegenen, argentinischen Doerfchen. Egal, bei den Aussichten liessen wir uns die gute Laune nicht nehmen.
Besonders genossen wir die Moeglichkeit, endlich immer dort anzuhalten, wo wir wollten und nicht wo der naechste Busstop war. Und wir hatten viel Zeit, um diese herrliche Weite auf uns wirken zu lassen und genuegend Fotos zu schiessen.
Die zweite Nacht schliefen wir auf dem Fussboden des Kuechenhaeuschens unseres Campingplatzes. Zuvor gab es aber noch ein leckeres asado (Grillen) mit argeninischem Rindfleisch.
Am Ortsausgang von Rodeo hielten wir kurz an, um diesen ausgetrockneten und aufgeplatzten Boden aus der Naehe zu betrachten. Bestimmt 10 cm tiefe Furchen durchzogen den Boden.
Bevor wir unser naechstes Ziel erreichten, schlaengelte sich die Strasse immer weiter in die Hoehe und die Temperatur lag deutlich ueber 30 Grad, was unserem Auto ordentlich zu schaffen machte. Hierzu muss erwaehnt werden, dass unser Auto mit einer "Selbstschutzfunktion" ausgestattet war, die bei drohender Ueberhitzung des Motors nach einem 10 sekuendigen Piepen das Auto eigenmaechtig abschaltete! Fuer den Ausblick nahmen wir sogar das nervige Gepiepse in Kauf. 

Angekommen im Nationalpark Talampaya (so sieht uebrigens ein Campingplatz in der Wueste aus), treffen wir unsere Schweizerin Karin wieder, die wir einen Tag zuvor mit ihrem Toeff (Motorrad) auf dem Campingplatz in Rodeo kennen gelernt haben.
Das blau-gelbe Zelt ist unsere neu erstandene Behausung, die zwar etwas kurz ist, dafuer aber in den Teamfarben der Boca Juniors glaenzt.
Durch Karin lernen wir auch die Weltenbummler Chiara und Andreas kennen, die in ihrem Monster-Landcruiser auf Suedamerikatour sind, sowie den brasilianischen Schoenheitschirurgen Marcelo, der auf seiner BMW unterwegs ist.
Dank der gigantischen Ausstattung des Landcruisers kommen wir in den Genuss eines frischen Caipirinhas samt Crusheis, zubereitet von einem echten Brasilianer in the middle of nowhere.
Unglaublich, oder?
Die Freude ist uns allen anzusehen!
Hier die ganze super nette Truppe beim gemeinsamen Fruehstueck, bevor wir alle zusammen mit einem Minibus in den Canyon des Nationalparks aufbrachen.

Von links:
Andreas, Karin, Julia, Patrick, Basti, Toshi, Chiara, Marcelo.
An mehreren Stops konnten wir Felszeichnungen der Ureinwohner besichtigen, die noch unglaublich gut erhalten sind und Einblicke in ihr Leben und ihre Geschichte geben.
Blick auf die massiven Felsen, die den Canyon umschliessen.
Blick von unten gen Himmel. Fuer die bizarre Form der Felsen sorgten Wind und Wasser, die sich ueber Jahrtausende hinweg an dem Gestein zu schaffen machten.
Noch am gleichen Tag brechen wir alle zusammen auf, um im nahegelegenen Nationalpark Ischigualasto die letzte Tour vor Sonnenuntergang zu erwischen. Der Park nennt sich auch "Valle de la Luna" - das Mondtal - und ihr werdet gleich sehen, warum wir unbedigt vor Einbruch der Dunkelheit dort sein wollten...
Einige Eindrucke unserer Tour, die wir uebrigens im Fahrzeugconvoy samt Motorraedern machten.
Hier der Blick auf die Mondlandschaft.
Auch das romantisch veranlagte Guanaco geniesst die tolle Stimmung ;-)
Eine der Hauptattraktionen im Park sind diese runden Felsen, die aussehen wie Murmeln...



Der Sonnenuntergang tauchte die Felsen schliesslich nach und nach in ein weiches, zauberhaftes Licht, was eine ganz besondere Stimmung erzeugte.
WOW!!!
Leider trennt sich unser Weg am kommenden Tag wieder. Nach aufregenden Uebernachtungen in Belen (neben dem oertlichen Sportplatz und Fitnessstudio, wo wir am Morgen das Klo nutzen koennen, leider ohne Tueren...) und Amaiche del Valle (im Innenhof eines heruntergekommenen Hostels, wo wir lieber das Zelt aufschlugen, anstatt in den siffigen Betten zu schlafen) war das naechste Ziel Cafayate, einer der bekanntesten Weinanbauorte Argenitiens.

Unterwegs kamen wir an riesigen Kakteen vorbei...
...mussten zahlreiche kleinere und groessere Fluesschen durchqueren...
...kauften Verpflegung bei den Einheimischen am Strassenrand...
... und besichtigten die weitlaeufigen und noch sehr gut erhaltenen Quilmes Ruinen.
Nach einem dringend noetigen Relaxtag in Cafayate, zwei weiteren Grillabenden und unzaehligen Moskitostichen durchfuhren wir die "Quebrada de las Conchas", ein 75km langes Tal zwischen Cafayate und Salta.

"Mein kleiner gruener Kaktus,..."
Dieser Fels wird aufgrund seiner Form "El Obelisco" genannt.
Tabakblaetter die in der Sonne getrocknet werden.
Aufgrund der starken Regenfaelle in den vergangenen Wochen ist die Strasse an einigen Stellen komplett weggeschwemmt und wir muessen ueber teils holprige Behelfsstraeschen ausweichen.
Im "El Anfiteatro" bieten wir den anwesenden Zuschauern eine romantische Liebesszene ;-)
Verkaeuferin von Kunsthandwerk.
Ohne ein wirkliches Uebernachtungsziel zu haben, entscheiden wir uns kurzerhand in dem kleinen Oertchen Cnel. Moldes, direkt an einem See gelegen, nach einem Campingplatz zu suchen. Wir finden ein herrliches Plaetzchen mit Blick auf den See und spachteln unsere Pasta unter dem strahlenden Vollmond. Am darauffolgenden Tag erfahren wir durch einen gluecklichen Zufall von einer Gaucho Fiesta in einem 100 Seelendorf. Wir sind sofort Feuer und Flamme und machen uns auf den Weg nach Isonza.
Bevor wir in dort ankommen, schraubt sich die Strasse bis auf 3.457m Hoehe, was bis dahin noch unser persoenlicher Rekord war. Unterwegs gabeln wir noch eine Einheimische auf, die seit dem Morgen zu Fuss unterwegs war, um am Abend mit der Familie und den Freunden zu feiern. Wie wir spaeter noch erfuhren, kommen andere Jahr fuer Jahr auf ihren Pferden angeritten und nehmen Anritte von 9 Stunden gerne in kauf.
Als wir in Isonza aus dem Auto steigen, sind wir die Attraktion, 4 Gringos inmitten der einheimischen Gauchos in ihren traditionellen Trachten. Was wir an diesem Abend alles erleben durften, ist nur schwer in Worte zu fassen!
Hier nur ein paar unserer Highlights:
- zu siebt aus einem Becher Fernet-Coca trinken zusammen mit 2 Gauchos und dem Dorfarzt
- Erzaehlungen ueber das Leben und die Tradition der Gauchos lauschen
- selbstgemachten Ziegenkaese mit Brot und Empanadas inmitten der Dorfbewohner essen
- ausgelassenes Tanzen im Wechsel mit den eigenen Partnern und den Dorfbewohnern (auch hier waren wir wieder die Sensation und vor allem unsere Maedels konnten sich vor Tanzpartnern jeden Alters kaum retten ;-)

Alles in allem ein fuer uns einmaliges und unvergessliches Erlebnis fuer das wir sehr dankbar sind.

8 Kommentare:

  1. Da fehlen einem die Worte - einfach nur toll!
    Liebe Grüße aus der Heimat Giddi

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  2. Warum gibt es bei nicht so schöne Felsen. Sehr beeindruckend mal wieder. Danke
    PS. Ich komme immer noch nach, wenn ihr wollt, um die Fotoausrüstung zu tragen.

    Gruß Onkel Raini

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  3. Wow, tolle Bilder und schöne Geschichten. Witzig zu sehen, dass ihr teilweise da seid, wo ich auch schon war :-)
    Bin gespannt auf eure nächste Geschichte und grüße euch ganz lieb aus Deutschland.
    Carmen

    P.S.: Auch ich werde dieses Jahr wieder für 4 Wochen den Rucksack packen - Thailand ist gebucht :-)

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  4. Genial. Schön so nah an Euren Erlebnissen dran zu sein.
    Freuen uns so für Euch. Liebe Grüsse die Kuttis

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  5. Gleich eines vorweg: morgen ist Karfreitag, es ist elendig kalt und regnerisch, alles grau in grau und es soll über die Feiertage auch kein bisschen besser werden, eher noch kälter bis 0 C° --> kurz: man verpasst hier - zumindest momentan - nichts. Da schaut man immer wieder gerne in Euren Blog, freut sich über tolle Bilder, super witzige Erfahrungsberichte und ist Euch so ein bisschen näher...
    Freuen uns schon auf die nächsten Berichte und Bilder, wünschen Euch Frohe Ostern, bin mir aber gar nicht sicher, ob das in Südamerika bekannt ist - das mit den Ostereinern, die von Hasen versteckt werden... - oder ob sie nicht vielleicht andere Oster-Traditionen haben. Haltet uns einfach auf dem Laufenden und fühlt Euch feste gedrückt! Eure Zettlers

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  6. Hallo ihr zwei...

    hoffe ihr koennt euch noch an die anderen zwei Schweizer aus Potosi erinnern...naemlich an uns...hihii
    es ist fast unglaublich aber wir haben Bekanntschaft mit ener netten Dame gemacht aus Ravensburg die ihr auch kennen gelernt habt in Torres del Paine...wie die Welt der Reisenden doch klein ist....

    Wir denken immer wieder an euch und es macht Spass eure Fotos zu bestaunen. Der Mond ist ja unbeschreiblich schoen...

    Wir sind momentan in Mendoza und werden wohl bald ein Auto mieten und etwas in den Sueden fahren, bis es uns zu kalt wird...

    Hoffen dass es euch gut geht,
    liebe Gruesse von Peter und Lisa


    p.s. suche mich doch mal auf Facebook...konnte dich nicht finden Julia, du hast zu viele Namensvetter.

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  7. hallo, ihr beiden weltenbummler,

    ich verfolge eure reise mit den tollen fotos.......wunderbar, man möchte am liebsten
    selbst gleich aufbrechen und euch folgen...
    weiterhin gute reise wünscht euch

    ingeborg & erich

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  8. Hallo Julia und Patrick,
    für Julia alles, alles Gute zum Geburtstag. Nur das Beste für Dich, Gesundheit und alle Deine Wünsche (falls Du jetzt noch welche hast) sollen in Erfüllung gehen.
    Auf Eurer supertollen Weltreise wünschen wir Euch weiterhin viel Spass und Erfolg.
    Ganz liebe Grüsse aus Rielasingen von
    Gustl und Monika

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